Aus Ungarn ist der Dampf raus

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Die kommenden Regulierungen des E-Dampfens in Deutschland sind schon katastrophal, jedoch erscheint einem dies als „Jammern auf hohem Niveau“, wenn man sich die neue Gesetzeslage in Ungarn anschaut, wo die TPD2 nun auch in nationales Recht gegossen wird.

Logisch, dass ich mich auch mit den Gegebenheiten in Ungarn befasse… man schaut ja auch mal vor die Tür, oder? Allerdings ist dies kein leichtes Unterfangen. Die Informationen sind ausgesprochen spärlich und verstreut. Es ist mir aber gelungen, die Kernpunkte zusammenzutragen… und man kann tatsächlich sagen: Aus Ungarn ist der Dampf raus.

Die neuen Regelungen kommen einem faktischen Verbot des E-Dampfens gleich. Damit ist jetzt die Handlung (das Dampfen) an sich nicht gemeint, obwohl auch dies hierzulande restriktiver eingeschränkt wird, als es z. B. in Deutschland der Fall ist. Vielmehr wird der Handel quasi unterbunden.

In Ungarn wurde das bestehende Gesetz XLII über einzelne Regelungen des Nichtraucherschutzes sowie des Verbrauchs und Vertriebs von Tabakerzeugnissen ergänzt. Die Definitionen sind quasi 1:1 aus der TPD2 übernommen und nahezu identisch zu den Definitionen, mit denen auch im TabakerzeugnisG gearbeitet wird. Allerdings ist im ungarischen Gesetz ein bedeutender Passus hinzugekommen:

r) elektronische Geräte, die Rauchen nachahmen: ein elektronisches Einwegprodukt, das zum Konsum nikotinfreien Dampfes mittels eines Mundstücks verwendet werden kann.“

Damit sind auch Geräte in das Gesetz aufgenommen worden, die ohne Nikotin auskommen… die Stifte mit dem unsäglichen Namen „E-Shisha“.

Außerdem wurde auch im ungarischen Gesetz eine Ermächtigung zum Erlass von Regierungsverordnungen durch die zuständigen Ministerien verankert, die die Spezifikationen – ähnlich wie in Deutschland – festlegen dürfen.

Aber jetzt einmal zu den Kernpunkten im Detail:

  • Das Dampfen wird dem Rauchen in puncto „Nichtraucherschutz“ gleichgesetzt. Das Dampfen wird somit überall dort verboten, wo auch das Rauchen verboten ist. Und das ist hier in Ungarn ziemlich weit gefasst. Das Rauchverbot besteht nicht nur für Gaststätten, Läden und andere öffentlich zugängliche Räume, sondern auch für etliche Plätze in der Öffentlichkeit. Im Umkreis von fünf Metern um einen Haltestellenbereich ist beispielsweise das Rauchen (und künftig auch das Dampfen) untersagt, gleiches gilt für das Umfeld von anderen Örtlichkeiten, an denen das Rauchen verboten ist. Man findet an jeder Ladentür hier das „Rauchen verboten Schild“ mit dem Zusatz, dass auch außerhalb des Geschäfts bis zu einem Abstand von fünf Metern das Rauchen nicht gestattet ist. Öffentliche Plätze mit ausgeprägtem Publikumsverkehr zählen ebenso dazu. Logisch… auch öffentliche Verkehrsmittel… ist nicht viel anders, als in Deutschland… abgesehen von den öffentlichen Bereichen unter freiem Himmel.
  • Die Regelung für Handel und Inverkehrbringen betrifft auch nikotinfreie Liquids.
  • Die Verwendung von Aromen in Liquids ist untersagt. Ausnahmslos! Liquid nur noch ohne Geschmack!
  • Verkauf von E-Dampfgeräten (auch hier wieder die Definition wie bei uns… jedes Teil…) und Liquids ist nur noch in nationalen Tabakgeschäften (Trafiken) erlaubt.
  • Der Onlinehandel ist komplett untersagt.
  • Die weiteren Regelungen entsprechen in etwa denen, die auch uns ereilen… kindersicher… leckagefrei… Warnhinweise… etc. pp.

Mit den Regelungen zum Nichtraucherschutz (Dampfverbote) kann man sich sicher noch arrangieren. Die Überwachung gerade im öffentlichen Bereich findet quasi auch nicht statt. Wer früher geraucht hat und sich an die Verbotsbereiche gewöhnt hatte, dem sollte es (vor allem, weil der Suchtdruck beim Dampfen eh nicht so groß ist) nicht zu schwer fallen, den Vorschriften zu entsprechen.

Der eigentliche Todesstoß jedoch erfolgt durch das komplette Aromenverbot in Verbindung mit dem Verbot des Onlinehandels und der Verbannung in die Trafiken. Diese findet man zwar an jedem Flecken (die Anzahl richtet sich nach der Bevölkerungszahl im jeweiligen Bereich), allerdings sind die Betreiber derart eng mit der Tabakindustrie verwoben, dass man dort nur noch Big-T-Einheitsbrei bekommen wird… sofern E-Dampfgeräte überhaupt im Warenangebot zu finden sind. Der Ungar kann sich also keine (vernünftigen) Dampfgeräte mehr (legal) kaufen und wird dann noch mit Liquids „verwöhnt“, die geschmacksneutral sind. Die „Bestands-Dampfer“ werden sich größtenteils zu helfen wissen, aber unter diesen Voraussetzungen wird wohl kaum noch ein Raucher auf die wesentlich unschädlichere Alternative E-Dampfen umsteigen. Damit wird das Dampfen in Ungarn quasi ausgeblutet und einen leisen, schmerzhaften Tod erleiden.
Die Hinrichtung findet letztendlich am 20. Mai 2016 statt!

Der Dampf ist raus…

PepeCyB de

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Aus Ungarn ist der Dampf raus
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11 comments for “Aus Ungarn ist der Dampf raus

  1. steamy
    16. Mai 2016 at 20:56

    Oh Mann, ist das zum Kotzen!
    Mal schauen, wie weit sie es hier in Deutschland noch treiben! Da ist bestimmt auch noch nicht Ende. Hilft doch nur, zu kaufen, kaufen, kaufen, solange es noch geht.
    Das Dampfen- eine kurze, schöne, vorübergehende Aera?

  2. VaporFred
    16. Mai 2016 at 21:38

    Es graut einem wirklich Ohnmacht gleich zusehen zu müssen wie ein Land nach dem Anderen nicht nur TPD2 konform, sondern strenger Reguliert als nötig.
    Wie lange hier Durchhalteparolen noch verkündet, die Realität länger verleugnet werden kann?
    Recht haben ist eben nicht genug, man muß auch Recht bekommen.
    Willkommen in Utopia

  3. 17. Mai 2016 at 15:03

    Es wird noch zu einer Umkehr kommen und die Verantwortlichen können sich jetzt schon mal darauf einstellen, das sie nicht ungeschoren davonkommen werden.

    Jetzt wo man sich in Neu Seeland (einer der strengsten Tabakgegner) in Richtung E-Zig zu bewegen scheint und England und Frankreich sowieso schon pro Dampfe sind, wird der Siegeszug der E-Zig nicht mehr aufzuhalten sein.
    Da werden sich nicht nur in Ungarn, in ein paar Jahren so einige wünschen, sie hätte bei der Dampfe anders reagiert, sondern auch hier in Deutschland 😉 .

  4. Torsten
    18. Mai 2016 at 12:48

    Ich bin (war) bis dato begeisterter und bekennender Ungarn Fantourist. Auf Grund der in Ungarn getroffenen Regelungen betreffs des E Dampfens werde ich von weiteren Reisen nach Ungarn absehen, versprochen. Punkt

    • 18. Mai 2016 at 13:59

      Das ist aber schade. Die Ungarn (also die normalen Bürger) können da nix für und sind auch weiterhin so nett, wie vorher. 😉
      Psssst! Die Wahl-ungarn sind auch nett… 😉 😀

      • Klaus
        16. August 2016 at 16:26

        Ist zwar schade was die da treiben, deswegen auf meinen Ungarn-Urlaub verzichten? Neeeee.
        Ich nehm meine Sachen mit, und wie oben beschrieben da wo man net rauchen darf da dampf ich halt nicht.

  5. G. Sauter
    18. Mai 2016 at 19:38

    Pestizide die im Verdacht stehen krebseregend zu sein, die mittlerweile selbst in Lebensmittel und im Bier nachgewiesen wurden, sollen nach Wunsch der CDU / CSU aber weiter von den Landwirten eingesetzt werden dürfen. Die e-zigarette aber soll EU weit an den Rand des Abgrunds verdrängt werden. Wieder einmal beweist die WHO dass die Bevölkerung weltweit denen egal ist. Man könnte schon den Eindruck haben die WHO hat die Aufgabe die Bevölkerungswachstum rate zu bremsen, den nach Lage der Dinge unternimmt sie alles um tatsächlich gesundheitsgefährtende Mittel auf dem Markt zu belassen und weit ungefährlichere Alternativen zu unterdrücken.

    • 18. Mai 2016 at 19:46

      Ja die WHO füttert mit ihrem Verhalten die Verschwörungstheorien und lacht sich dabei vermutlich ins Fäustchen, weil man uns dann so leicht in die Schublade der Spinner stecken kann.

    • Markus
      19. Mai 2016 at 4:15

      Es geht nur um Geld. Man soll Rauchen und Glyphosat Essen damit der Krebs nicht ausstirbt.
      Mit der Krankheit Krebs kann man richtig Geld verdienen. Die gute alte Chemotherapie spült Milliarden in die Pharmakassen.

  6. Iris Hawke
    18. Mai 2016 at 22:37

    Und wem das nicht passt der soll dich doch wieder ans garantierte tötliche rauchen geben? Man wird ja quasi dazu gezwungen . Unbegreiflich

  7. Siggi Zunke
    19. Mai 2016 at 17:28

    Hallo
    Ich bin ja nun nicht mehr der jüngste, aber so langsam kommt es mir vor als würde man versuchen,was im Weltkrieg nicht gelang. Nähmlich befölkerungen zu dezimieren in dem man sie einfach zu etwas bringt das bewiesenermaßen sehr ungesund ja sogar tödlich ist.
    Kann es sein das da in diesem Europa Parlament Leute sitzen die evtl. den Krieg gewonnen haben sich aber als Verlierer fühlen?
    Das ist natürlich nur mal so angenommen!
    Also versucht man alles um sich im Nachhinein noch Genugtuung zu verschaffen .
    Ich kann mich irgendwie diesem Gedanken nicht entziehen.
    Oder sind das kriegstreiber die hier versuchen die Population von Europa klein zu halten damit ein bürgeraufstand keine Chance hat ?
    Ich denke auch England macht das grade gut und zeigt diesen ……. Mal was Sie sie können
    Naja war auch nur so ein Gedanken spiel

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