Mal so, mal so – Der Ärger mit den Preisen

Man stolpert immer wieder drüber. Der Ärger über die Preise von Mix&Vape Aromen.

Aber lasst mich mal ein bisschen ausholen.

Derzeit gibt es am Dampfermarkt vier Varianten, um an Liquid zu kommen.

1. Das Liquid. Fix und fertig mit maximal 20mg/ml Nikotingehalt. Maximal 10ml Flaschengröße laut TNSRG, basierend auf der TPD2.

2. Das Aroma. Ein Konzentrat, das nur den Geschmack enthält, erhältlich in diversen Größen und mit unterschiedlichen Dosierungen zwischen 2 und 20%. Um daraus ein Liquid zu machen, brauchen wir Basis, Nikotinshots, eine Leerflasche, ggf. auch einen Mischbecher und eine Dosierspritze.

3. Shake&Vape. Vorgemischtes Liquid ohne Nikotin. Die Flaschen nicht ganz voll, damit noch Nikotinshots reinpassen. Meist auf 3mg ausgelegt.

4. Mix&Vape. Vordosiertes Aroma in einer größeren Flasche. Die Aromamenge entspricht dabei, der notwendigen Menge für die Flaschengröße. Hier brauchen wir noch Basis und Nikotinshots nach Bedarf. Je nach Vorgaben kann man bis zu knapp 15mg/ml Liquids daraus machen, wenn man das möchte.

Nun gibt es eine breitgefächerte Variante von Konsumenten.

Jeder will was anderes.

Manche wollen auch das, was es einfach nicht mehr gibt. Nämlich fertige, nikotinhaltige Liquids größer als 10ml und das mit mehr als 3mg.

Wenn wir nun das Preisfeld beachten und den Aufwand in der Herstellung, sowie den Aufwand für den Kunden, ist Mix&Vape tatsächlich das beste, was derzeit auf dem Markt ist.

Man hat wenig Arbeit und bekommt trotzdem ein großes Liquid mit variabler Nikotinstärke.

Aber die Konsumenten jammern über die Preise, weil sie die Preise mit denen der Aromen vergleichen. Ohne dem Aufwand einen Wert zuzumessen?

Gehen wir davon aus, wir nehmen den Aufwand manuell. Wenn mich jemand bittet, ihm mal eben eine Flasche Aroma fertig anzumischen, dann nehme ich mir Messbecher und Spritze zur Hand, mixe alles zusammen und fülle es in eine Flasche, die ich ggf. noch schnell beschrifte. Fertig. Sieht vielleicht nicht schön aus, aber ist erledigt.
Der Arbeitsaufwand beträgt 5 Minuten und ist für mich nicht der Rede wert. Bittet er mich aber, ohne Gegenleistung, das für 10 Aromen zu machen, dann frag ich ihn, ob er nicht ganz dicht ist. Denn dann kommt zu den 10×5 Minuten noch der Aufwand für die Reinigung dazu. Schließlich will man nichts verunreinigen mit Aromaresten in der Spritze.

In der industriellen Fertigung von Mix&Vape wird der größte Aufwand von Maschinen erledigt.

Maschinen, die Geld in der Anschaffung kosten und die gewartet und gereinigt werden müssen. Dafür braucht man Personal. All diese Kosten fließen in den Großhandelspreis des fertigen Produktes. Vom Großhandel in den Handel kommt auch wieder eine Handelsspanne drauf. Denn auch dein Offi nebenan muss Miete, Strom, Gas und seine Mitarbeiter bezahlen.

Von den Steuern und Abgaben ganz zu schweigen.

Der Konsument vergleicht aber den Preis eines fertigen Mix&Vape für 9,90 mit dem Preis eines ganz anderen Aromas für 5 Euro oder weniger, er missachtet den Wert der Arbeit dahinter.

Ob dieses Aroma geschmacklich und qualitativ überhaupt mit dem Mix&Vape vergleichbar ist, ist dabei nebensächlich. Auch die Beschwerde über den unnötigen Müll ist nicht haltbar. Selbst wenn ich meine 60ml PET Flasche mehrfach verwenden kann, so muss ich das Aroma ja auch in irgendeinem Behältnis nachkaufen, das ebenso Müll verursacht.

Stattdessen sollten wir froh sein, dass der Markt eine Möglichkeit gefunden hat, den Nutzern hoher Nikotinstärken ihre Liquids zur Verfügung zu stellen, ohne großen Aufwand. Und nicht genutzte Flaschen sollten wir anständig recyceln.

Besser wäre natürlich, man würde die 10ml Begrenzung wieder aufheben. Und vielleicht wäre es auch gut, wenn sich manche mal zu erinnern versuchen, was ein 60ml Liquid damals gekostet hat.

Ich kann mich noch erinnern, wie ich bereitwillig 29,90 für 30ml 3er gezahlt habe. Weils ein geiles Erdbeer-Donut war. Und da bin ich froh, dass die Shake&Vape Variante nun nur 19,90 für 50/60ml kostet.

Und ganz ehrlich: Für ein Aroma in Mix&Vape Form, das in der EU produziert und abgefüllt wurde und damit Arbeitsplätze geschaffen hat, zahle ich ganz gerne mal 9,90 und genieße es einfach, anstatt es zu verballern und dann zu jammern.

Denn wir sollten nicht den Fehler machen und Liquids usw. mit günstigen Aromen vergleichen.

Wir sollten sie mit Zigarettenpreisen vergleichen. Sonst sind wir nicht besser als diverse Medien, die in Studien reininterpretieren, dass die E-Zigaretten schädlich sind, weil sie sie mit reinem Sauerstoff statt mit Tabakrauch oder Straßenluft vergleichen.


Mal so, mal so – Der Ärger mit den Preisen
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  8 comments for “Mal so, mal so – Der Ärger mit den Preisen

  1. Stefan
    7. April 2019 at 12:51

    Da muß ich mich mal anschließen,die Preise für Mix&Vape Aromen gehen in Ordnung.Solche komplexen Aromen würde
    ich mit selber mischen nicht hin bekommen,höchstens einfache Sachen.Außerdem ist es auch mit etwas Bequemlichkeit verbunden einfach alles zusammen und fertig.Auswahl gibt es nun genug daher kann jeder für sich entscheiden was er mag.Bei den Verdampfern meckert auch keiner ,da haben die meisten das HWV.

  2. 8. April 2019 at 19:21

    Da bin ich aber froh, dass ich „einfache Sachen“ wie Kaffee oder Cassis liebe. Aromen zu 4 % angemischt gibt es bei mir in 250- oder 500-ML-Flaschen, die machen jahrelang keinen Müll. Nikotin aus China ist auch nicht anders als Schweizer Nikotin. Und was PG/VG betrifft, da halte ich mich als Pferdefreund ans Zubehör der vierbeinigen Gesellen. Fürs Mischen in 1- 3-, oder 5-Liter-Kanistern brauche ich natürlich auch keine anschließende Spritzenspülung. Als Geschenk für einen lieben Menschen bin ich dankbar für diesen Arbeitsaufwand, verhindert er doch das „Einrosten“ meiner Kenntnisse. Maschinell braucht eh nichts gemacht werden, denn ich verkaufe nichts. Wenn ich jetzt noch verrate, was mich ein köstliches 6er Liquid kostet, höre ich schon das Poltern der unterschiedlichen Interessenvertreter: 1,5 Cent pro Milliliter.

    • 8. April 2019 at 19:30

      Von mir hörst du kein Poltern. Du hast gefunden was dir schmeckt und das langfristig.

      Aber die meisten sind immer auf der Suche.
      So wie ich auch. Und ich finde Mix&Vape da einfach sehr praktisch. Wobei ich natürlich auch schon ins Klo gegriffen habe.

      Wie bei jedem Aroma muss man es eben riskieren.

      Als Mesh Dampfer helfen mir die Tester in manchen Shops sowieso nicht. Bei mir schmeckt es ganz anders.

      Aber den Preis finde ich in Ordnung. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Hersteller auch nicht mehr verdient nur weil er sein Aroma in eine Chubby Flasche packt.

      • 8. April 2019 at 20:12

        Es war nicht als Kritik deines Artikels gemeint, denn ich verstehe dich als gewerbliche Liquidherstellerin voll und ganz. Auch den Bequemlichkeits-Faktor kann ich gut nachvollziehen. Allerdings glaube ich, dass in einer Zeitschrift übers E-Dampfen nicht die Ursprünge vergessen werden sollten. Es war eine Graswurzelbewegung, in der jeder alles selber gemacht hatte. Den astronomischen Preisen, die heutzutage oft zu bestaunen sind, setze ich als Selbstmischer den ursprünglichen Kern und die tatsächlichen Kosten fürs Do-It-Yourself gegenüber – es ist ein Hobby, das auf vielfältige Weise Freude bereitet. Und es ist entstanden nicht zuletzt als Alternative zu den explodierenden Tabakpreisen. Gesundheit, das war für Viele anfangs nur ein kostenloser Bonus (natürlich war ebenfalls für etliche Leute die Gesundheit wichtig).

        Deshalb sollten Tabakkosten meiner Meinung nach auch nicht als Vergleichsmaßstab herangezogen werden, das wäre unlauter, denn es lenkt von der gigantischen Verdienstspanne der Liquidherstellung ab. Wenn du es herunterbrichst, so wird aus ehemals chemischen Abfällen (Nebenprodukten) heute mehr und mehr Geld gemacht, das ist clever aber ich nehme keinem Hersteller ein Jammern oder eine Rechtfertigungs-Orgie wegen der Preise ab; denn dann macht er etwas falsch.

        Wie gesagt, ich meine nicht dich, sondern den Markt, auf dem mittlerweile mit fairen und unfairen, jedenfalls mit ziemlich harten Bandagen gekämpft wird.

  3. Mathias
    17. Mai 2019 at 10:13

    Also so ganz verstehe ich es wirklich nicht. Mix & Vape ist doch auch nur ein Aroma in einer großen Flasche. Was ändert sich denn gegenüber dem normalen Aroma? Und warum darf man die beiden nicht vergleichen?

    Komplexe Mixaromen gibt es auch so, ohne es als Mix&Vape zu verkaufen.

    oder das hier „In der industriellen Fertigung von Mix&Vape wird der größte Aufwand von Maschinen erledigt“

    In dem Artikel wird so getan, als wenn die Herstellung von Mix&Vape eine völlig andere Welt ist und sich so sehr von der Herstellung eines normalen Aroma unterscheidet.

    Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht um das Geld. Wenn jemand ein gutes Produkt herstellt, soll er auch entsprechend bezahlt werden. Nur zu behaupten das Mix&Vape so komplex und teuer ist, halte ich für falsch.

    • 17. Mai 2019 at 11:23

      Es gibt Aromen zwischen 4 und 10 Euro für 10ml und es gibt Mix & Vape zwischen 7 und 10 Euro (alles darüber halte ich auch für übertrieben teuer).

      Und wie gesagt es geht darum, dass der Kunde sich Arbeitsaufwand und Werkzeug spart.

      Und aus meiner persönlichen Erfahrung im Shop kann ich nur sagen. Es werden lieber Mix & Vape gekauft.

      Aber es ist trotzdem schwer zu vergleichen wenn es nicht das exakte gleiche Aroma in beiden Varianten gibt.

      Vielleicht rechnen die Leute auch nicht mit. Ich kenne einen Hersteller der verkauft sein Aroma in beiden Varianten. 10ml Aroma die für 100 ml Liquid reichen kosten 9.90. Das Mix für 120ml kostet 16 Euro.
      Trotzdem wird das Mix öfter gekauft.

      Also scheint es den Leuten die paar Euro mehr wert zu sein, damit sie nur noch Base einfüllen müssen.

      • Mathias
        17. Mai 2019 at 16:44

        Ich glaube bei 7-9€ regt sich keiner auf. Aber 60ml flasche für 14,95€?

        Es geht ja auch nicht darum was wem wieviel Wert ist. Man verlangt aber mehr Geld bei gleichen kosten. Nur weil da Mix&vape drauf steht, erhöhen sich nicht die Produktionskosten für das Aorma

        • 17. Mai 2019 at 17:09

          Wie gesagt 10 Euro für 60ml Flasche sind auch meine Schmerzgrenze. Ich kenne aber nur ein einziges das so teuer aus (sogar noch 2 Euro teurer) und das hab ich noch nie gekauft.

          Ob sie die Produktionskosten erhöhen kommt ja auch auf die Verpackungsart an.

          Kleine gegen große Flasche macht in der Produktion nur einen minimalen Unterschied. Je nach Flaschenart ist es nämlich so, dass man 10ml Flaschen bei den Anlangen in größeren Mengen befüllt. Also gleich 25 Stück oder mehr gleichzeitig während die großen Flaschen einzeln durchs Band laufen. Was bedeutet es dauert länger. Die Maschine ist länger blockiert. Die Abfüllfirma wird mehr berechnen. Das heißt die Rohstoffe kosten das gleiche aber die Produktion ist teurer. Und da ja so eine Flasche von der Produktion bis in den Laden meist mehr Stationen durchläuft (Hersteller, Großhandel, Einzelhandel) addieren sich diese Mehrkosten von ein paar Cents zu ein paar Euro.

          Aber wie gesagt also über 10 ist zu viel. Wer nur mit 14.90 Endpreis Gewinne erzielt hat schon ein paar Schritte zuvor Fehler gemacht und falsch kalkuliert.

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