Sexistische Werbung in der Dampferbranche – Muss das sein?

Sexismus begegnet uns überall.

Sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Sexismus ist auch, wenn man Frauen mehr Empathie und Männern mehr Führungsstärke zuspricht.

Obwohl es einzeln betrachtet ein Kompliment ist, handelt es sich um ein sexistisches Vorurteil. Und auch die Dampferbranche ist nicht gefeit vor Sexismus.

Wenn eine Unterwäschefirma für ihre Dessous Models auswählt, die dem entsprechen, was gesellschaftlich als schön angesehen wird, dann ist dies gutes Marketing und keineswegs sexistisch, es ist höchstens diskriminierend, weil die meisten Kunden darin eine weniger gute Figur machen werden.

Wenn ein Liquidhersteller seine Liquids von leicht bekleideten Mädchen in die Kamera halten lässt, ist dies klar sexistisch, denn es sagt nichts über die Qualität des Produkts aus. Was mir persönlich sauer aufstieß, waren halbnackte Gogotänzerinnen auf einem Messestand der Intersteam.

Während es auf der restlichen Messe natürlich auch Damen gab, die Infos und Goodies verteilten, die im Vergleich zu früheren Messen nicht mehr im Mini und knappen Top unterwegs waren, sondern mit ihren eigenen Hosen und T-Shirts der Hersteller, ist es mir schon negativ aufgefallen, dass da jemand dachte, er/sie bräuchten nackte Tatsachen um Leute an den Stand zu locken.

Zum Glück sind darauf nur wenige hereingefallen. Eine Dampfermesse ist zwar kein Familienevent, aber es kommen die meisten doch mit Partner oder Partnerin und möchten dann doch lieber in Ruhe Liquids testen.

Aber auch die sozialen Medien geizen nicht mit nackter Haut, um ihre Klickzahlen zu erhöhen. Wer jedoch glaubt, damit wirklich auf sein Produkt aufmerksam zu machen, der irrt.

Aber schaut euch mal die Beispiele aus Facebook, Twitter und Instagram an, und sagt selbst, wofür wird hier eigentlich geworben?

Und da nehme ich mich gar nicht aus. Ich hatte selbst mal ein Fotoshooting für unsere Firma und habe zum Spaß ein solches Foto machen lassen, das mir deutlich mehr schmeichelt als die Realität. Das Foto bekam auch jede Menge Likes und Kommentare, jedoch drehte sich kein Kommentar um das Produkt.

Aber warum machen wir das? Kauft man wirklich mehr, wenn etwas sexy ist. Und muss man sich dafür unbedingt in Unterwäsche auf Instagram und Co. zeigen? Nein!

Eines ist korrekt, männliche Dampfer sind aktiver in den sozialen Medien. Sie nehmen häufiger an Umfragen teil und interagieren häufiger mit den Posts, die Firmen oder Influencer auf Facebook und Co. teilen.

Das heißt aber nicht, dass es mehr männliche als weibliche Dampfer gibt. Zumindest nicht so viel mehr, wie es das Bild in den sozialen Medien darstellt. Frauen reagieren nur seltener auf die ihnen angebotenen Inhalte, was selbstverständlich ist, wenn die Inhalte für Männer gemacht sind, genau gesagt für heterosexuelle Männer. Diese Gruppe (als Marktteilnehmer gesehen) macht sicher einen großen Anteil aus, aber eben nicht die gesamte Gemeinschaft.

Dampfer sind auch nicht die Sorte Konsumenten, die sich von sexy Pics zum Kauf eines Liquids verführen lassen.

Ein gut inszenierter Mod und Verdampfer mit einer hübschen Liquidflasche daneben, kommt deutlich besser an. Vor allem, wenn das Foto professionell gemacht wird. Manchmal gelingt mir ein richtig gutes Foto und die Likes sprudeln nur so rein.

Deshalb sollte man bei der Auswahl seiner Bilder in den sozialen Medien das Produkt mehr in den Vordergrund rücken (sofern man es kann und es nicht unter das Werbeverbot fällt).

Sonst bleibt die Mehrheit der dampfenden Frauen in den sozialen Medien unsichtbar, weil sie sich mit diesen Bildern einfach nicht identifizieren können und so verliert man potentielle Kunden, denn wenn mich das Bild als Frau nicht anspricht, dann habe ich auch kein Interesse, das Produkt zu testen, im Gegenteil, bei manchen Werbevideos, die ich sah, war ich sogar abgestoßen, und das wirkte sich negativ auf meine Einstellung gegenüber der gesamten Marke aus.

Dampfer brauchen keinen coolen Marlboromann und auch keine sexy Vapegirls mit Liquidflaschen im Ausschnitt.

Dampfer sind anspruchsvolle Kunden und brauchen anspruchsvolle Händler, die sich nicht von Produktpräsentationen im Bikini täuschen lassen.

Wir haben uns bereits von den Messegirls in knappen Tops und Minis verabschiedet, verabschieden wir uns doch generell von sexistischer Werbung und heben wir die Dampferbranche damit von anderen ab.

Dampfer wollen Funktionalität, Design und Geschmack und das sollten uns die Botschaften in den sozialen Medien vermitteln.

„Sex sells“ war gestern. Die Zukunft heißt „Vape safe and vape on“.

Lilith at

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