Rezension: Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen

Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen
Heino Stöver, Daniela Jamin, Sascha Eisenbeil
Taschenbuch: 216 Seiten
Verlag: Fachhochschulverlag Frankfurt a.M. Der Verlag für angewandte Wissenschaft
Auflage: 1 (2. Oktober 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3943787893
ISBN-13: 978-3943787894

Ganz frisch beim Fachhochschulverlag Frankfurt a.M. erschienen, ist das Buch „Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen“.

Zwei Jahre ist es bereits her, dass im selben Verlag das Buch „Die E-Zigarette: Geschichte – Gebrauch – Kontroversen“ herausgegeben wurde. Der Herausgeber Heino Stöver hat mit diesem Werk eine Zusammenstellung von Stellungnahmen von Befürwortern und Gegnern des E-Dampfens angeboten.

Nun ist mit dem neuen Buch von Heino Stöver, Daniela Jamin, Sascha Eisenbeil in der Nachfolge ein echter Ratgeber erschienen, der sich vornehmlich an die Zielgruppe möglicher Umsteiger vom Tabakrauchen auf das E-Dampfen richtet.

Das lesenswerte Geleitwort stammt von Prof. Dr. Bernhard Mayer, der schon am Anfang des Buches aufzeigt, wie bestimmte „Gesundheitsorganisationen“ das E-Dampfen durch negative Darstellung und Einflussnahme zu bekämpfen suchen.

Im ersten Kapitel „Zwischen Mythos und Wahrheit“ wird mit den verbreiteten Mythen zum E-Dampfen aufgeräumt: vermeintliche Schädlichkeit oder Harmlosigkeit, Gefahr durch Nikotin, Unwirksamkeit bei der Raucherentwöhnung, giftige Chemikalien, „Passivrauch“, Explosionsgefahr, Frostschutzmittel, Schwermetalle, fehlende Studien… es wird auf so ziemlich alle Legenden eingegangen, die – nicht zuletzt dank der Mainstream-Medien – kursieren und geeignet sind, Interessierte abzuschrecken. Hier werden diese Punkte richtiggestellt, allerdings ohne jede Schönfärberei zu betreiben. Risiken und mögliche Probleme werden nicht verschwiegen.

Dann geht es aber auch sofort los… es folgt das Kapitel „Der Umstieg – Tipps und Hilfestellungen“. In meinen Augen ist dieser Abschnitt das Beste, was ich jemals zu diesem Thema gelesen habe. Hier wird kein Aspekt, der für umstiegswillige Raucher wichtig ist, ausgelassen. Es gibt fundierte Hinweise zur Wahl des ersten E-Dampf-Gerätes, es wird die Auswahl der ersten Liquids besprochen und natürlich auf die notwendige Nikotinstärke eingegangen.

Symptome des Rauchstopps werden angesprochen und damit Ängsten und Verunsicherung in der ersten Zeit vorgebeugt.

Dann wird die richtige Nutzung erläutert, auf Reinigung, Wartung und das Laden der Akkus eingegangen. Auch die „Dampferzunge“ wird eingehend beleuchtet und es gibt Tipps, wenn sie einen ereilt.

Das Kapitel endet mit einigen wirklich sinnvollen Verhaltenstipps und einer Zehn-Punkte-Liste für Beginner.

Es folgt ein ausführliches Kapitel über die gesundheitlichen Aspekte des Dampfens und über Schadensminimierung.

Weitere Kapitel befassen sich mit der Gerätekunde, wo auch hervorragend und umfassend auf die Akkusicherheit eingegangen wird, und mit den Inhaltsstoffen.

In den nächsten Kapiteln wird sich mit den Kontroversen und Regulierungen des E-Dampfens befasst. Hier wird auch auf die bestehende Gesetzeslage in anderen Ländern (innerhalb und außerhalb der EU) eingegangen.

Das Kapitel „Netzwerke und Verbände – Die Community“ gibt einen guten und ausführlichen Überblick über die Dampfer-Szene… Foren, Vereine und Verbände, Blogs und Magazine, YouTube-Kanäle…
Dabei wird vermieden, zu sehr ins Detail zu gehen und wertungsfrei gearbeitet. Trotzdem kann der Einsteiger sich hier gut orientieren, um sich in der Szene zurechtzufinden.

Zum Schluss folgt eine kleine Sammlung von Erfahrungsberichten und ein grandioses Glossar auf 22 Seiten. Hier bleibt kein wichtiger Begriff aus der Welt des E-Dampfens unerläutert.

Was nicht fehlen darf, ist ein umfassendes Verzeichnis der Quellen und weiterführender Literatur.

Der Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen ist in meinen Augen eine hervorragende Anleitung zum Einstieg in das E-Dampfen, kann aber auch erfahrenen Dampfern als tolles Nachschlagewerk und als Argumentationshilfe dienen. Es werden Falschinformationen ausgeräumt und in verständlicher Sprache die großen Chancen des E-Dampfens dargestellt.

Grafisch ist es sehr ansprechend gestaltet und enthält zahlreich Illustrationen.

Ich kann dieses Werk jedem interessierten Raucher ans Herz legen. Aber auch erfahrene Dampfer haben einen Nutzen, wenn sie sich dieses Buch anschaffen. Einerseits, wie bereits angemerkt, als Nachschlagewerk, andererseits kann man es aber auch gerne einmal an jemanden verleihen, der am E-Dampfen interessiert ist und Fragen stellt. Dann aber nicht vergessen, zu sagen: „Wiederseh’n macht Freude!“ 😉

Fazit: Ein Muss im Bücherregal eines jeden Dampfers und eines jeden, der mit dem Tabakrauchen aufhören möchte.

 

Eine ganz persönliche Anmerkung: Die Verfasser hätten nach meinem Dafürhalten darauf verzichten sollen, das Buch „durchzugendern“. Das Binnen-I-Konstrukt mit dem Unterstrich dient nicht gerade dem Lesefluss und bei Wortschöpfungen, wie z.B. „Arbeitgebende“ (Onkel Duden sagt: „Dat jibbet nich!“) rollen sich mir die Fußnägel auf.

Aber das ist nur meine Meinung und ändert nichts daran, dass es sich um DAS Standardwerk handelt. Ich empfehle es uneingeschränkt.

 

PepeCyB de

 

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Rezension: Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen
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  2 comments for “Rezension: Ratgeber E-Zigarette – Einsteigen, Umsteigen, Aussteigen

  1. Martin Ritzke
    18. Oktober 2018 at 15:39

    Meine Fußnägel scheinen ähnlich wie Deine zu reagieren. Schon bei der Entstehung des Buches wurde darüber diskutiert, ob dampfende Frauen nicht auch Dampfer genannt werden können, anstelle von Dampfer_innen oder Dampfenden.
    Ich habe mich sogar bei “Channi” und anderen Dampferinnen rückversichert, ob jede mit ‘Dampfer’ leben könnte als Frau.
    Dennoch scheint es wirklich unmöglich zu sein, bei einem Buch aus dem Fachschulverlag, dies anders zu lösen. Es wäre politisch nicht korrekt, auch wenn’s noch so dämlich aussieht.

    Gruß an alle Dampfer_innen und Bloggenden.
    Mus

    • 18. Oktober 2018 at 16:06

      Daran sieht man, wie durchdrungen und fremdbestimmt selbst Verlage sind. Mag sein, dass eine normale Schreibweise „politisch“ nicht „korrekt“ ist… aber so jetzt ist es größtenteils grammatikalisch nicht korrekt, was ich bei einem Verlag für bedenklich halte. 😉

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