Lemo-Mania

LEMO2

Im Laufe der Jahre sammelt sich beim HWV geplagtem Dampfer ja einiges an. Viele Verdampfer und Akkuträger wurden immer wieder durch neuere und vermeintlich bessere Geräte ersetzt. Was vor einem Jahr noch up to date und innovativ war, landete schon kurze Zeit später in der berühmten Bunkerschublade oder in irgendeinem Online-Marktplatz.

 

 

 

Bunte Reihe: LEMO2 auf HCIGAR VT75

Aber war denn wirklich alles so schlecht, dass es  verbannt werden mußte? Ich denke nicht, es gibt durchaus ein paar Gerätschaften, die auch jetzt noch einen festen Platz in der eigenen Dampferflotte verdient haben. Der Ende 2014 erschienene LEMO2 gehört aus meiner Sicht unbedingt dazu.  Dieser unscheinbare Selbstwickelverdampfer ebnete den Weg in eine Richtung, die den Mythos „Subohm“ in einen Ist-Zustand versetzte. Mit Erstaunen reagierte die damalige Dampferszene auf einen Tankverdampfer, der ab Werk mit einer Wicklung von 0,5 Ohm ausgeliefert wurde und zudem sehr günstig zu erstehen war. Es entwickelte sich tatsächlich so etwas wie eine Lemomanie, nahezu jeder wollte einen haben.

 

LEMO2

Dabei kommt der LEMO2 eigentlich recht unspektakulär daher, vom Design eher schlicht und vom Aufbau recht einfach gehalten. Auffällig waren allerdings die untere Luftstromsteuerung (Airflowring), das große Mundstück (Driptip) und die seitliche Befüllöffnung. Mit seinen 22mm Durchmesser und einer Höhe von 76mm fasst der Tank rund 3,8 Milliliter Liquid. Auf eine Nachflussteuerung (LC) haben die Entwickler aufgrund einer besseren Bedienbarkeit verzichtet.

 

 

Die Wicklung ähnelt der Feder einer Wäscheklammer

Eleaf setzte beim Lemo2 auf das bewährte Single-Coil-Deck, welches bereits in den Vorgängern, dem LEMO und dem LEMO Drop verbaut wurde. Sagte man dem ersten LEMO noch  ein gewisse Nähe zum Kayfun nach, präsentierte sich das Deck der Version 2 deutlich überarbeitet. Größere Liquidkanäle, eine im Durchmesser gewachsenes Luftzugröhrchen und insgesamt deutlich mehr Platz, um  auch größere Wicklungen mit mehr Watte unterzubringen. Das bereits vormontierte Coil ähnelt ein wenig an die Feder einer Wäscheklammer. Die Drahtenden konnten in den sogenannten Postholes, unterhalb der Wicklungsschrauben fixiert werden.

 

 

 

 

Alternative Befestigung des Coils unter den Wicklungsschrauben

Das Wickeln des LEMO2 gestaltet sich recht einfach. Wem das Design der Orginal-Wicklung zu kompliziert erscheint, kann  das Coil auch direkt unter den Schrauben befestigen, allerdings sollte dann die Drahtstärke einen Durchmesser von 0,40mm nicht überschreiten. In den 2mm großen Postholes lassen sich auch dickere Drähte sicher klemmen. Das richtige „Bewatten“ eines Verdampfers ist oftmals bei Neueinsteigern ins Selbstwickeln ein Problem. Beim LEMO2 gibt es eine verblüffend einfache Methode diese Fehlerquelle zu umschiffen.

 

 

 

 

 

 

Wickelanleitung

 

Der Wattestrang wird zunächst durch die Wicklung gezogen, dann hochgeklappt und durch die Kammerhülse geführt. Anschließend die Kammerhülse aufschrauben und die Wattestränge bündig an der Kammeroberseite abschneiden. Jetzt die Watte in der Kammer auf das Deck auflegen (nicht stopfen), fertig. Zum Schluß die Wicklung mit etwas Liquid benetzen und den Kamin aufschrauben. Danach den Verdampfer zusammenbauen und befüllen.

 

LEMO2 auf HCIGAR VT75

Kurz nach dem Erscheinen des LEMO2 meldeten sich einige der  ersten Benutzer zu Wort und bescheinigten dem Verdampfer einen ausgeprägte Hang zum Siffen. Diese „News“ verbreiteten sich natürlich sehr schnell im Netz und ein eigentlich durchdachter und problemloser Verdampfer bekam ein zweifelhaftes Image verpasst, dass schlichtweg falsch ist. Durch die fehlende Nachflussteuerung (LC) ist beim Tanken eine  vorgegebene Prozedur einzuhalten. Zunächst wird der Airflowring geschlossen, danach kann die Befüllöffnung freigegeben werden. Ich betanke den Lemo2  in waagerechter Position und halte mich dabei an die bildliche Anleitung des Herstellers.

 

 

Anleitung zum Befüllen des Verdampfers

Der Verdampfer darf zudem nicht randvoll gefüllt werden, ein kleines Luftreservoir muss erhalten bleiben, außerdem sollte ein Eintauchen der Befüllspitze in den Liquidspiegel vermieden werden. Zusätzlich drehe ich den LEMO beim abschließendem  Öffnen der Aircontrol auf den Kopf.  Ich habe den LEMO2 schon sehr lange in Benutzung, ein „Siff-Problem“ kann ich in keiner Weise bestätigen.

 

 

 

 

 

Nicht kleckern, klotzen! Der LEMO2 ist einer der ersten Subohm-Tankverdampfer.

Bei all den technischen Daten, der Wickelfreundlichkeit und der Optik ist für mich letztendlich der Geschmack ausschlaggebend für die Bewertung eines Verdampfers. Und hier spielt der LEMO2 immer noch in der Oberliga. Mehr noch, der LEMO schafft den schwierigen Spagat zwischen DzL (Direkt zur Lunge) und MzL (Mund zur Lunge). Egal ob moderat mit halb geschlossener Luftzufuhr und kleinerem Driptip, oder offen mit höherer Leistung, der LEMO2 macht einfach Spaß. Natürlich ist er nicht mit einem Open Draw  Verdampfer (minimalster Zugwiderstand) heutiger Bauart zu vergleichen, das wäre aufgrund seines Alters auch unfair. Für Leistungen oberhalb von 40 Watt wurde er nicht konzipiert, dass können die Neuen besser – geschmacklich kann er  aber immer noch mit den anderen locker mithalten.

 

 

Macht auch auf mech. Akkuträgern Spaß – der LEMO2

Mit einer Wicklung von 0,5 Ohm wurde der LEMO2 auch für Freunde des mechanischen Dampfens interessant. Bei vollem Akku kommt man immerhin auf eine Leistung von rund 35 Watt, das reicht für ordentliche Wolken. Mit seinen 22mm Durchmesser passt er auf viele der damals angesagtesten Tubes. Egal ob Nemesis, SMPL oder Wotofo Phantom — der Lemo macht immer eine gute Figur.

 

 

 

 

LEMO2 auf HCIGAR VT40- fast schon Old School.

Ich würde auch heute noch  Neueinsteigern ins Selbstwickeln einen LEMO2 empfehlen, er ist einfach zu wickeln, dampftechnisch sehr variabel und günstig in der Anschaffung. Ja, es gibt mittlerweile Verdampfer, die das ein oder andere besser können, das ändert aber nichts an der Kernkompetenz des Lemo 2 – dem guten Geschmack!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Der Lemo 2 war damals gut, heute kann er nicht mehr mithalten. Nicht mal ansatzweise. Weder geschmacklich noch von der Einfachheit des Wickelns und Bewattens her noch sonst irgendwie. Und die sehr dünnen Liquidkanäle sind für Liquids mit höherem VG-Gehalt denkbar ungünstig. Die Drahtbefestigung ist unnötig kompliziert, die Watteverlegung aus heutiger Sicht unnötig kompliziert.
    Das geht heute alles viel besser und einfacher und zuverlässiger.

    Echt erstaunlich, was sich in 4 Jahren getan hat.
    Heute einem Anfänger einen Lemo2 zuzumuten, das erfordert mindestens Chuzpe, wenn nicht gar pure Realitätsverkennung bzw. Gegenwartsunkenntnis. Verdampfer wie der Augvape Merlin RTA oder auch der OBS Engine Nano sind in allen Punkten besser: deutlich besserere Geschmacksentfaltung, viel leichter zu wickeln und zu bewatten, mehr Tankinhalt, besser geeignet für Hi-VG-Liquids, der Engine Nano kann obendrein unten nicht siffen. Geht nicht.

    1. Alles ne Frage des eigenen(!) Standpunkts. Gerade einem Anfänger würde z. B. auch ich den Lemo2 empfehlen… das hätte dann auch nix mit Chuzpe zu tun, sondern würde aus meiner Sicht auf die Realität und Gegenwart resultieren. Fakt ist: Der Verdampfer IST einfach zu wickeln und zu bewatten… auch und gerade für einen Wickelanfänger. Ein Anfänger muss nicht unbedingt mit einem Verdampfer beginnen, der pures VG bei 200 Watt vernebelt und bei dem man eine 8fach gezwirbelte Clapienzopf-Wicklung mit einer Materialstärke von einem halben Zentimeter einfach nur reinwerfen muss.

      Keiner leugnet, dass sich ein wenig beim Wickelkomfort getan hat und dass es viele Nebelwerfer gibt, aber für einen Anfänger ist es nicht verkehrt, die Grundlagen zu erlernen, was mit dem Lemo2 auch noch sehr einfach ist.

      Wie konnte ich als Selbstwickler nur überleben? Schwer zu wickeln und zu bestücken… das kenne ich… der Bulli A2T oder der Clockworks RTA… DIE waren schwer zu wickeln (und die Beschnurung des Clockworks war ne Katastrophe). Aber man hat was dabei gelernt und konnte die Entwicklung neuerer Selbstwickelverdamfer (die sich ja eben nicht selbst wickeln, obwohl die Bezeichnung so klingt) genießen. Vorteil: Moderne SWVD wickle ich heute im Schlaf.

      Also… hängt vom Standpunkt ab! 😉

      Der Artikel soll ja die moderneren Selbstwickler nicht abwerten, sondern aufzeigen, dass es noch alte Schätzchen gibt, die durchaus auch heute noch gut funktionieren und für Einsteiger sehr geeignet sind.

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