Vapor Giant V6M

Wenn es darum geht, einen langlebigen Verdampfer zu erwerben, sind die Verdampfer der drei Brüder von Vapor Giant aus Österreich für mich ganz vorne mit dabei. Ich mag diese Verdampfer, vor allem den V5M. Mit dem V6M liebäugelte ich schon sehr lange. Immerhin ist er ja doch schon eine ganze Weile auf dem Markt. Mich störte aber vor allem, als er raus kam, die Kritik der Nutzer, dass dieser eine gewisse Inkontinenz zeigte. Es gab dann, glaube ich, von Vapor Giant ein Umrüst-Kit, das dieses Problem beheben sollte. Erst mal abwarten und Tee trinken? Genau…

Natürlich gibt es auch einige andere gute Verdampfer in diesem Preissegment, aber ich bin nun mal ein Vapor Giant-Fan geworden.

Jetzt war es schließlich so weit, ich entschied mich, diesen Verdampfer doch zu kaufen. Die anfänglichen Probleme schienen mit der 2020er Version behoben zu sein. Bin 2021 zwar spät dran mit diesem Teil, aber besser spät als…

Hardware habe ich zwar genug, aber der V6M wollte und sollte einfach zu mir. Also im Onlineshop geordert, und zwar die ICE-Edition.

ICE-Edition

Bei dieser Variante wurde die Metalloberfläche des VG mit Glasperlen gestrahlt. Der Verdampfer erhält somit eine samtig matte, hochwertige Oberfläche! Sehr edel.

Als DHL mir das gute Stück lieferte, konnte ich es kaum abwarten, das Päckchen auszupacken, um den V6M zu begutachten. Wow, wirklich eine Schönheit. Edel und sehr hochwertig. Die Verarbeitung ließ erst mal keine Zweifel aufkommen, dass ich mir hier ein gutes Stück Verdampfer an Land gezogen hatte.

Ich hab den V6M erst mal in alle Einzelteile zerlegt, was auch gut von der Hand ging. Bis auf …? Der Airflow-Ring, der ließ sich zwar leicht runter ziehen, aber drauf machen schien eine Sache zu sein, die mich fast zum Verzweifeln brachte… Ich habe die Angewohnheit, neue Verdampfer erst mal zu zerlegen, unter lauwarmem Wasser zu reinigen und letztendlich erst mal wieder zusammen zubauen. Wenn dann alles so ist, wie es sein sollte, lege ich los.

Wichtig ist mir auch beim Kauf eines neuen Verdampfers, dass man Ersatzteile bekommt. Habe ich erst mal einen Verdampfer auserkoren und das erste Mal in Betrieb genommen, bestelle ich anschließend zeitnah die dazugehörigen Ersatzteile. Meist in so kleinen fertigen Ersatzteiltütchen wo Schrauben, O-Ringe usw. drin sind. Auch dürfen 1-2 Ersatzgläser für mich nicht fehlen, für den Fall eines Falles. Das ist mir wichtig. Direkt beim Kauf eines Verdampfers achte ich bereits darauf, ob der Shop auch die nötigen Ersatzteile mit anbietet. Was nützt mir ein Verdampfer, für den ich nach kurzer Zeit nicht mal mehr Ersatzteile bekomme? Dann muss ich mir „einen Wolf suchen“, wo ich denn nun diese oder jene Schraube oder andere Teile bekomme.

Kommen wir aber nun zum V6M. Im zerlegten Zustand habe ich alle O-Ringe mit VG eingeschmiert und alles wieder zusammengebaut. Der V6M wartet mit einer Besonderheit auf. Es sind insgesamt neun Luftdüsen, welche die Heizwendel (Coil) mit Luft anstrahlen. Drei nebeneinander mittig platziert und jeweils drei seitlich schräg angeordnet. Diese seitlichen drei Luftdüsen lassen sich mit kleinen Madenschrauben verschließen, um einen strengeren Zug herbeizuführen. Oh mein Gott, wer hat sich denn das einfallen lassen? Man dachte wohl an die Benutzer, die ein MTL Gefühl haben wollen. Vergesst es! Das ist definitiv ein DTL-Verdampfer, und das Verschließen der linken und rechten drei Luftdüsen erscheint mir etwas sinnfrei. Trotzdem habe ich versucht, diese Luftdüsen mit den beigelegten Mini-Madenschrauben zu verschließen. Wenn ich nicht ein ausgesprochener Geduldsmensch wäre, hätte ich das Teil wahrscheinlich vom Tisch gefegt…

Ich schaffte es zwar, eine Minischraube einzusetzen, aber das Einschrauben scheiterte immer wieder kläglich, trotz gutem Schraubendreher. Eine Schraube ließ sich gar nicht richtig rein drehen, stand über, und eine weitere, bei der ich es letztendlich geschafft habe, war viel zu tief drin. Das war mir sehr suspekt. Nein, nein und nochmals: nein! Diese Schrauben kommen mir da nicht rein. Was, wenn eine im Betrieb raus fällt? Liebes Vapor-Giant-Team, solltet ihr das hier lesen: Das mit den mittels Madenschrauben verschließbaren Luftdüsen war nix, aber auch mal so gar nix. Hier bin ich dann doch enttäuscht. Ich mag ja eh den offenen Zug. Ich kann ja durch den Airflow-Ring die Luftmenge regeln. Also ist mir die Möglichkeit der seitlich verschließbaren Luftdüsen relativ egal. Jemand, der darauf aber wert legt und das nutzen möchte, dürfte so seine liebe Mühe damit haben. Hier gibt es von mir deshalb einen fetten Punktabzug.

Apropos Airflowring: Diesen wieder auf die Basis zu stecken, erwies sich erst mal als anstrengend. Das wollte einfach nicht klappen. Bin ich zu blöd, einen Airflow-Ring auf eine Verdampferbasis zu stecken? Was war hier los? Im Inneren des Rings ist eine kleine Ausbuchtung von etwa 1,5 cm Länge in der der winzig kleine Stift an der Basis des Verdampfers beim Drehen nach links oder rechts läuft. Nach rechts zum Aufdrehen und links herum zum Schließen. Irgendwann klappte es dann doch mit dem Aufstecken, wenn man weiß wie.

Aufstecken des Airflow-Ringes

Man muss immer wieder beim Aufstecken des Rings mit leichten Dreh-Bewegungen nach links und rechts den richtigen Einrastpunkt finden. Nach ein paar Versuchen geht das aber leicht von der Hand.

Und ein weiteres Manko, was mich nervt, ist die Tatsache, dass sich bei meinem Modell der Airflow-Ring, wenn der Verdampfer auf einem Akkuträger aufgeschraubt ist, sehr, sehr schwer bis gar nicht drehen lässt! Keine Chance, ich muss/müsste also, wenn ich die Airflow-Luftzufuhr verändern möchte, den Verdampfer abschrauben und dann den Airflow-Ring verstellen – dann geht das. Da ich dies aber nicht ständig mache, weil ja mein Setup bei der Wicklung stets gleich ist, kann ich gerade noch so damit leben. Also vorher einstellen und gut isses? Nervig ist das schon irgendwie. Reklamieren deswegen? Ja, könnt ich, was aber, wenn ich einen anderen V6M bekomme, bei dem das dann auch so ist?

So geht Service!

Ich habe mir gedacht, schreibst mal Vapor Giant direkt an. Vielleicht haben sie ja einen Trick für mich, wie der Airflowring doch noch besser zu drehen geht. Mail verfasst, kurz geschildert die Sache mit dem Ring. Und was soll ich sagen, binnen 24 Stunden bekam ich eine sehr freundliche Antwort. Es könne am Ring liegen, oder aber am Deck selbst. Wenn noch ein Ring da ist, bei Vapor Giant, wollte man ihn mir schicken, da es kein typisches Ersatzteil wäre. Man wusste es nicht genau, da von der ICE-Edition nicht viele Ersatzteile auf Lager liegen. Ansonsten, wenn das nicht am Ring liegt, möge ich dann das Deck einschicken. Drei Tage später kam FedEx mit einem kleinen Päckchen und dem Airflowring in der ICE-Edition. Wow! Was ein Service. Airflowring gleich mal ausgetauscht und siehe da, passt, wackelt und hat Luft und lässt sich drehen. Perfekt! Klasse Service von Vapor Giant. Das freut einen doch.

Jetzt ging es an die Wicklung. Wie bereits bei meinen V5M, bevorzuge ich hier Kanthaldraht A1-24 GA. Gewickelt auf Innendurchmesser von 3,5 mm bei 0,80 Ohm. Gedampft wird das Ganze dann bei 30 Watt. Die Watteverlegung ist etwas tricky, und hier zeigt sich, dass der V6M eine kleine Diva ist. Denn die erste Watteverlegung ging gleich mal so richtig daneben, was zur Folge hatte dass es ganz schön siffte.

Wie man ja weiß, sitzen die Probleme meist vor dem Objekt der Begierde… Ich habe mir angewöhnt, bei einem neuen Verdampfer, wenn diese gewickelt sind, erst mal nicht so viel Liquid ein zufüllen. Also, zurück auf Anfang. Der will Watte! Nicht alles glauben, was man auf YT sieht, wenn die Youtuber mal wieder was zeigen, wie was wo geht. Zum einen braucht er doch schon eine erhebliche Menge Watte, und diese sollte auch ziemlich gut verlegt sein. Ganz wichtig ist vor allem, dass keine Wattefusseln in die 9 Luftdüsen hineinragen!. Aber das war beim V5M schon so. Das kann man leicht bewerkstelligen, indem man mit einem entsprechenden Hilfsmittel (spitz sollte es aber sein) die Wattefusseln zur Seite wegschiebt. Auch sollte in den Wattetaschen genug Watte sein, bis zum Boden, und heraus stehende Watte aus den zwei Öffnungen der Liquid-Control sollte plan liegen und nicht heraus schauen. Beim Drehen der LC könnte es sonst zu Problemen kommen.

Nach dem dann der zweite Versuch wesentlich besser klappte, Tankeinheit drauf, LC schließen und befüllen. Hier kommt dann auch schon gleich ein weiterer kleiner Kritikpunkt: Das Öffnen der Top-Cap. Nicht einfach nehmen und aufschrauben, denn dann läuft man Gefahr, die LC gleich mitzudrehen, was zur Folge hat, dass man dreht und dreht und dreht und nix passiert. Man muss mit einer Hand den Ring der LC halten (liegt ja direkt unter dem Top-Cap-Ring) und mit der anderen Hand die Top-Cap lösen. Sehr filigrane Angelegenheit, und wenn man dicke Finger hat, kann das schon mal im Frust enden. Zum Glück habe ich zarte kleine Männerhände… Aber ich muss mich bei dieser schweren Arbeit konzentrieren und aufpassen… Das war auch beim V5M schon so. Eine Hand hält den oberen Teil des Tank-Shields, die andere öffnet die Top-Cap. Macht man das nicht, schraubt man sich beim V5M den Tank ab und die Soße läuft…

Jetzt die LC öffnen und los geht`s. Die ersten Züge bei 30 Watt. Wow! Hier wurde ich dann für die beschriebenen Mankos entschädigt: Klasse Geschmack, cremiger, dichter Dampf, der nochmal eine ganze Ecke besser mundet als beim V5M, und alles bei 30 Watt. Eine Steigerung ist auf jeden Fall zu verzeichnen. Der V5M ist für mich schon ein toller Verdampfer, was den Geschmack (und vor allem das Handling) anbelangt, der V6M legt wirklich nochmal eine Schippe drauf.

Fazit:

Airflowring Problem wurde erkannt und seitens von Vapor Giant sehr schnell behoben. Öffnen der Top-Cap zum Befüllen bleibt als kleines Manko trotzdem. Die Sache mit der Möglichkeit, die seitlichen Luftdüsen links und rechts mittels Madenschrauben zu verschließen, ist jetzt für mich kein Problem, da ich eh lieber offen dampfe. Der V6M bietet mir ein großartiges Dampf- und Geschmackserlebnis. Richtig gewickelt, also die richtige Menge an Watte, und das Teil ist trocken und macht keine Probleme. Das ist ja letztendlich auch das Entscheidende bei einem Verdampfer.

Nicht verschweigen möchte ich aber, das der V5M vom Handling eine ganze Ecke besser ist.

Vorteile:

  • Edles Design besonders in der ICE Edition
  • Frei um 360 Grad drehendes Tankshield
  • 7,5 ml mit Glastank
  • 9,5 ml mit PEI Tank (liegt bei)
  • Liquid-Control lässt sich butterweich verstellen
  • Heizwendel (Coil) einbauen ist leicht
  • Bietet hervorragenden Geschmack

Nachteile

  • Das Lösen der Top-Cap zum Befüllen ist etwas tricky.

Ersatzteile für den V6M habe ich bestellt und auch schon bekommen, genauso, wie ich es schon beim V5M gemacht habe. Damit bin ich gut versorgt. Werde ich mir noch einen zweiten V6M holen?

Ja, wahrscheinlich.

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