Stellungnahme der Interessengemeinschaft ExRaucher

zur „Erfindung“ nikotinfreier Tabak-Zigaretten per Gen-Technik durch den Biochemiker Felix Stehle von der TU Dortmund

Der Biotechniker Felix Stehle von der TU Dortmund hat per Gen-Technik den eigenen Angaben zufolge weltweit ersten Tabak mit vernachlässigbarem Nikotin-Gehalt hergestellt. Er proklamiert dieses Produkt als geeignet für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen.

Die Interessengemeinschaft ExRaucher lehnt diesen Ansatz rundum ab. Die Annahme, dass das Rauchen nikotinfreier bzw. fast nikotinfreier Zigaretten dem Ausstieg aus dem Tabakkonsum dienlich sei, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Zu erwarten ist sogar eine gesundheitlich stärkere Schädigung als durch das Rauchen „normaler“ Tabak-Zigaretten.

Begründung:

  1. Es wird proklamiert, diese Zigaretten seien quasi „nikotinfrei“. Dieses ist falsch. Der Nikotingehalt wurde lediglich auf ein Viertel (von 0,16 auf 0,04 Milligramm) reduziert.
  2. Es wird behauptet, dass allein das Nikotin die Raucher-Abhängigkeit bedinge. Dieses Postulat ist ebenfalls nicht korrekt. Erwiesen ist, dass es weitere Stoffe im Tabakrauch gibt, die – zusammen mit dem Nikotin – das bekannt hohe Suchtpotenzial bedingen.
  3. Langjährige Erfahrungen mit den herkömmlichen Produkten der Zigarettenindustrie haben sehr deutlich gemacht, was geschieht, wenn Raucher von starken auf sehr leichte Zigaretten mit wenig Nikotin umsteigen: Sie rauchen deutlich mehr Zigaretten.
  4. Es wird suggeriert, nikotinarme Zigaretten seien „gesünder“ als solche mit mehr Nikotin. Diese Darstellung ist nicht nur falsch, sondern auch sehr gefährlich. Tatsache ist, dass durch den Verbrennungsprozess im Tabakrauch – unabhängig vom Nikotingehalt – etwa 4000 gefährliche Verbindungen entstehen, von denen mindestens 70 sehr wahrscheinlich Krebs erzeugen.

Fazit: Eine angeblich „nikotinfreie“ Zigarette führt zur Verharmlosung der Zigaretten allgemein und täuscht über die gravierenden Gefahren des Rauchens hinweg: Durch die reduzierte Nikotin-Befriedigung ist eine starke Zunahme der Anzahl gerauchter Zigaretten zu erwarten. Da die stark schädigenden Stoffe des Tabaks aber erhalten bleiben, ist ein deutlich erhöhtes Risiko zu erwarten.
Die Entwicklung eines „nikotinfreien“ Tabaks dient damit in keiner Weise der Harm Reduction. Sie ist vielmehr als eine gedankenlose PR-Maßnahme der TU Dortmund zu bewerten, die den Erkenntnissen der Suchtforschung in keiner Weise Rechnung trägt.

Raucher, die aufgrund ihrer Tabaksucht nicht mit dem Rauchen aufhören können, haben viel eher eine Chance, von der Zigarette loszukommen, wenn sie auf die vergleichsweise unschädlicheren „E-Zigaretten“ umsteigen. Diese sind das nachweislich wirksamste Mittel, wie die Interessengemeinschaft ExRaucher immer wieder betont. Inzwischen wird auch von der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums anerkannt, „dass E-Zigaretten einen Nutzen bei der Tabakentwöhnung haben.“

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