Neuer Superstar im Heat-Not-Burn-Markt:
Hat PODA die Nikotinsteuer verhindert?

Im Prinzip hätten drei Worte genügt, um den gesamten Markt um Zigaretten, Tabak, Tabakerhitzer und das Dampfen ein für alle Mal zu regulieren: Nikotin wird besteuert.“

So war es lange erwartet worden, so war es bis zum Schluss geplant. Nikotin ist der Stoff, der sowohl für das Dampfen als auch fürs Rauchen so elementar ist wie Coffein für den Kaffeegenuss oder Zucker in der Schokolade, gleichzeitig in der Kritik.

Die Nikotinsteuer kam nicht.

Ende Mai einigten sich CDU/CSU und SPD überraschend ganz anders: Keine Nikotinsteuer. Stattdessen a) Steuererhöhung bei den Tabakprodukten und b) Steuer auf alle Dampf-Flüssigkeiten, auch nikotinfreie. Zunächst 16 Cent pro Milliliter, bald 32 Cent – für Dampfer sicher noch bittererer.
Die Frage ist aber: Warum der Wandel? Nur, um die Nikotinfrei-Dampfer auch noch zu erwischen? Um die Kinderlein zu abzuschrecken, für die nikotinfreie Liquids bezahlbar blieben? Oder liegt der Grund für die Änderung im Tabaksteuermodernisierungsgesetz ganz woanders?

Fakt ist: Es entsteht gerade weltweit ein gigantischer Markt für Zigaretten-Ersatzprodukte, um ein Vielfaches größer als der Dampfer-Markt. Und dem wäre eine Nikotinsteuer sehr hinderlich.

Nur wenige Wochen vor der nächtlichen Abstimmung im Bundestag sorgte eine Firma aus Vancouver, British Columbia (Kanada) für Furore an der Börse. Mit einer ebenso einfachen wie revolutionären Idee wurde das Unternehmen zum absoluten „Outperformer“.

Die Idee: Wenn Tabakprodukte weltweit unter Beschuss stehen und Liquids ebenso, dann machen wir einfach etwas ohne Tabak und ohne Flüssigkeit. Statt der Tabakblätter nehmen wir Teeblätter. Klar kommt Nikotin rein, Zielgruppe sind die Raucher. Aber kein Nikotin aus Tabakblättern. Sondern synthetisches Nikotin – eine Verbindung zur Tabakpflanze fehlt damit ganz. Die Firma: PODA Lifstyle and Wellness Ltd. Das Produkt: PODA – Beyond Burn.

Das klingt wie ein simpler Taschenspieler-Trick, aber PODA ist der neue Superstar in einem Markt mit gewaltigem Wachstumspotential:

  • Ende Mai lässt PODA sich sein Produkt in Kanada, den USA, Europa und Großbritannien als Marke eintragen.
  • Anfang Juni startet PODA den Pilotvertrieb mit der ESON Technology Co. Ltd. aus Shenzen (China) für den asiatischen und europäischen Markt. Doch ESON ist nicht nur Vertriebspartner, sondern selbst Hersteller eines ähnlichen Produkts – hat also Erfahrung in diesem Markt
  • Am 6. Juni wird bekannt, dass Nicholas Kadysh, ehemals Leiter der Abteilung Corporate Affairs bei JUUL, zu PODA wechselt. Ein Mann mit exzellenten zu Regierungen, zuvor Leiter für Government Affairs & Public Policy bei General Electric Canada und bei Red Bull Canada, Gründer von PharmAla Biotech
  • Ebenfalls bereits mit an Bord: Michael Nederhoff, ehemaliger President von JUUL Labs Canada
  • Die Börse feiert: Als PODA Lifstyle and Wellness Ltd. vor weniger als zwei Monaten an die Börse geht, liegt der Kurs bei knapp 46 Cent. Jetzt, nach Ablauf der ersten Juli-Woche, liegt er bei 1,71 Euro – ein Wertzuwachs um rund 270 Prozent in sieben Wochen.

Auf den ersten Blick scheint alles altbekannt: Das System ähnelt dem von Philip-Morris-System IQOS. Mit zwei kleinen, aber wichtigen Unterschieden: Das PODA-System muss nicht gereinigt werden. Und es enthält eben keinen Tabak.

In Kanada konkurriert PODA zudem mit Juul und den hier eher unbekannten Firma TAAT, die ebenfalls tabakfreie Sticks herstellt. Doch für den Feldzug in Asien und Europa hat das Unternehmen mit ESON einen gigantischen Partner gefunden: Schon rund ein Jahr nach dem Marktstart von „NEAFS“ (mit Kräutern gefüllte Heat-Not-Burn-Produkte) vertreibt ESON bereits monatlich über 50 Millionen dieser Sticks auf dem chinesischen und europäischen Markt. In Kürze soll die Produktion verfünffacht werden.

Und: NEAFS-Sticks sollen kompatibel zu IQOS sein. Die Sticks von IQOS (Philip Morris) wären statt mit Tabakgranulat also auch mit Nikotin-versetztem Teegranulat vorstellbar – und dann, auch steuerlich, keine Tabakprodukte mehr.

Es ist gut vorstellbar, dass eine derartig gewaltige Wirtschaftsmacht in der Lage ist, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen – auch und ganz besonders in einem Land wie Deutschland, das für die EU eine Leitfunktion hat.

Naheliegend ist deshalb: Weil Nikotin eine elementare Funktion für den Absatz der tabakfreien Genussmittel hat, durfte die Nikotinsteuer nicht kommen. Sie wäre PODA und dem gesamten aufstrebenden Heat-Not-Burn-Markt hinderlich. Vorerst in Deutschland, demnächst in der EU.

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