[1/3] Das Dampfen und ich – Kampf gegen Schweinehunde und Dämonen…

Dieses Mal möchte ich ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Das Dampfen wird oft als „Wunderalternative“ zum Rauchen hervorgehoben, allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Es ist tatsächlich etwas, auf das man sich erst einlassen muss und es wird nicht bei jedem sofort und ohne Probleme gelingen. Vermutlich sind es sogar die Wenigsten, bei denen der Umstieg „mal eben so“ gelingt. Ich selber habe auch den einen oder anderen Rückschlag erlitten und möchte mit diesem Artikel hier Mut zum Umstieg – auch bei Rückschlägen und Schwierigkeiten schaffen, doch dazu muss ich natürlich etwas ausholen. Umsteiger, sowie auch fortgeschrittene Dampfer können sicherlich die eine oder andere Information hieraus mitnehmen und für sich oder Freunde und Bekannte, die umsteigen möchten, verwenden.

Im Vergleich zu anderen Bekannten habe ich tatsächlich sehr spät mit dem Rauchen angefangen. Heute frage ich mich, warum ich überhaupt damit angefangen habe. Hätte ich früher angefangen, dann wären die Antworten vermutlich recht einfach gewesen: „um dazu zu gehören.“ Oder: „um cool zu sein.“ Aber aufgrund meines Alters von etwa 18 Jahren zum damaligen Zeitpunkt – es dürfte in etwa um 2001 / 2002 gewesen sein – war das wohl nicht die Ursache. Um ehrlich zu sein, weiß ich den Grund auch überhaupt nicht mehr. Trotzdem möchte ich von meinem Werdegang von der Zigarette zur Dampfe und den damit verbundenen Schwierigkeiten und Problemen berichten, denn nicht immer läuft alles glatt und ich bin ein Paradebeispiel für genau so eine Geschichte; auch heute noch habe ich mit meinen Dämonen und meinem inneren Schweinehund zu kämpfen.

Im Prinzip habe ich im zarten Alter von 18 Jahren mit dem Zigarettenrauchen begonnen. Meinen Einstieg zum Tabakkonsum habe beim Feiern und auf Partys gefunden. Nach einigen Schlucken Alkohol habe ich tatsächlich dann und wann mal – aus mir bis heute unerfindlichen Gründen – die eine oder andere Zigarette von meinen Kumpeln „geschnorrt“ und diese dann auch geraucht. Tatsächlich habe ich mir aber bis zu diesem Zeitpunkt nie selbst eine Schachtel Zigaretten gekauft.

Als damals dann der Zeitpunkt kam, wo man noch zum Wehrdienst bzw. zur Musterung vorgeladen wurde – mit diesen „tollen“ Untersuchungen, wo alle nur vom „Husten“ geredet haben, aber nie von den anderen medizinischen Erkundungen, die ich als schlimmer empfand… – hatte ich danach entschieden, dass ich nicht zur Bundeswehr, sondern lieber den Zivildienst machen wollte. Also hatte ich meine Verweigerung geschrieben und dieser wurde auch statt gegeben. So kam es dann, dass ich meinen Zivildienst in einem Krankenhaus machen durfte. Dies ist insofern relevant, da ich etwa einen Monat nach meinem Antritt zum Zivildienst Post vom Staat bekam – in diesem Schreiben wurde mir mitgeteilt, dass ich während meines Zivildienstes zwei Lehrgänge besuchen werde müssen. Der erste Lehrgang sollte eine Woche gehen, der zweite dann war auf zwei Wochen anberaumt.

Nun, man hatte ja damals immer wieder vernommen, dass die ersten drei Monate bei der Bundeswehr (Grundausbildung) wohl die schlimmsten seien und es danach sehr entspannt und feucht-fröhlich (mit ordentlich Alkohol) zugehen sollte. So etwas war ja im Krankenhaus überhaupt nicht denkbar. Allerdings war das auf den Lehrgängen eine ganz andere Geschichte. Dort herrschte jedenfalls tatsächlich nur eine Anwesenheitspflicht und unsere Gruppe hat die zwei Wochen in vollen Zügen genossen. Ja, genau: es wurde quasi drei Wochen lang getrunken und gefeiert – und was habe ich beim Feiern, betrunken getan? Genau: ich habe geraucht!

Jetzt wird aus der Geschichte ein Schuh, denn zum Glück ist das Trinken von Alkohol nicht in meinen normalen Alltag übergegangen, das Rauchen leider schon. Ich habe nach den Lehrgängen also regelmäßig Zigaretten geraucht und obendrein auch recht viele. Ich war also recht früh ein starker Raucher.

Da mir natürlich die Risiken stets bewusst waren, habe ich auch ab und an Gedanken an das Aufhören gehabt. Allerdings habe ich auch gerne geraucht; es war ein fester Bestandteil meiner Tagesabläufe und meines Lebens geworden – schneller, als ich es erwartet hatte.

Im jungen Alter von 23 Jahren bin ich Vater geworden. Als ich einmal wirklich stark erkältet war, habe ich auf dem Weg zum Arzt eine Entscheidung für mein Kind getroffen! Die Zigaretten schmeckten sowieso nicht. Also habe ich die letzte Kippe ausgemacht und die fast volle Schachtel postwendend in den Mülleimer entsorgt. Von diesem Tage an habe ich neun Monate lang keine einzige Zigarette mehr geraucht. Leider kam es dann so, wie es manchmal im Leben so kommt und meine Beziehung ging in die Brüche. Durch diesen hohen emotionalen und physischen Stress habe ich tatsächlich wieder angefangen zu rauchen. Schande auf mein Haupt! Aber – es war nicht mehr zu ändern.

Ich habe mich im Anschluss immer wieder in der Sicherheit gewogen, dass ich ja jederzeit aufhören könnte – schließlich hatte ich es ja schon einmal geschafft. Ich musste nur darauf warten, dass sich meine persönliche Lage entspannte und ich meine alltäglichen Dinge wieder geregelt bekäme. Heute würde ich meinem damaligen Ich am liebsten links und rechts Eine runterhauen! Ich hätte damals realisieren müssen, dass ich bereits süchtig war und dass man als Süchtiger, der ein Laster abgelegt hat, trotzdem immer einem Risiko ausgesetzt ist wieder rückfällig zu werden. Letztlich war es nun aber so, dass ich wieder viele Jahre geraucht habe – und das auch erneut recht stark.

Als ich dann mit meiner damaligen Partnerin (und heutigen Ehefrau) zusammen gekommen bin änderte sich einiges: sie war anfangs auch Raucherin, allerdings nie so stark wie ich; und sie hörte eines Tages von jetzt auf gleich auf, da ihr Arzt auf einem Röntgenbild einen Schatten auf ihrer Lunge festgestellt hatte. Um Eines vorweg zu nehmen: dieser Schatten hatte damals tatsächlich nichts zu bedeuten und meiner Frau geht es gut. Dadurch veränderte sich aber auch etwas in meinem Leben: mir wurde schlagartig bewusster, dass die Zigaretten nicht ganz umsonst auch als „Sargnägel“ bezeichnet werden.

Etwa 2010 ist mir dann aufgefallen, dass einige Menschen zwar aussahen, als würden sie rauchen, sie taten es aber doch nicht. Dieses Bild war irgendwie interessant und ich stellte dann in bester „Sherlock Holmes Manier“ und den Medien der Neuzeit eine waschechte Recherche an, die jeden Detektiv und Journalist vor Neid erblassen hätte lassen (die Person einfach anzusprechen und zu fragen, was sie da genau machte – darauf kam ich natürlich nicht). Ich wollte wissen, was dieser (ich nannte es damals so) Stift denn wohl sein könnte!? Ich las dann zum ersten Mal etwas über “gesunde Alternative zur Zigarette” und irgendwas von “Clearomizer” und “Liquids” und war danach eher abgeneigt mich weiter damit zu befassen. Es klang für mich zu kompliziert und nicht ausgereift. Damit war das Thema für mich durch – dachte ich zumindest.

Eine gewisse Zeit später, so etwa zwei, drei Wochen – keine Ahnung wie lange genau, waren meine Frau und ich in einem Einkaufscenter bei uns in der Nähe zu Besuch, im schönen ostfriesischen Emden. Beim gemeinsamen Schlendern durch die kleine Mall fiel mir dann die Auslage eines Tabakgeschäftes ins Auge, weil eben dort so ein kleiner „Stift“ (eine eGo-C) lag. Ich bin also in den Laden rein gegangen, in der Hoffnung ein paar Informationen und Eckdaten zu erlangen. Leider hatte die nette Verkäuferin ihrerseits keine Ahnung davon – dennoch habe ich das Set, sowie etwas Fertigliquid mit 12 mg mitgenommen. Ich selbst hatte ja auch keinen Plan vom Dampfen. Meine Frau hingegen war hellauf begeistert… Immerhin hatte ich mal eben so gute 65 Euro für das Zeug ausgegeben, was sie nicht so toll fand.

Direkt im Auto – meine Frau ist gefahren – habe ich dann in kindlicher Vorfreude das neu erworbene „Wundermittel“ ausgepackt und das Depot (so hießen die Kombi-Einheiten aus Tank, Heizdraht mit Trägermaterial und Mundstück) mit Liquid befüllt. Man weiß ja, dass Geräte mit einem Akku immer mit ein wenig Kapazität gelagert werden, aber es funktionierte irgendwie. Leicht nervös habe ich dann das Gerät in Betrieb genommen und den ersten Zug genommen. Das Ergebnis war nicht ganz überzeugend, aber auch nicht komplett desaströs: mein Husten und ein laues Lüftchen (auch für damalige Verhältnisse) zeugten davon. “Okay, das musste wohl noch üben…”

Die nächsten zwei Wochen waren geprägt vom Schönreden des Siffens von dem blöden Mistteil (so schnell kann aus “Stift” ein langes Wort werden). Was dann passierte, ist jedem klar: Gerät weg, Kippen her! Viel einfacher – und kein Siffen.

Kapitel abgeschlossen – dachte ich. Irgendwann bin ich bei uns daheim im Tabakladen gewesen und habe mich dort noch einmal informiert. Die Geräte haben sich weiterentwickelt, wurde mir gesagt. 50 Euro!? Okay. Also dort ein Gerät mitgenommen, eine eGo-T. Zwei Wochen, dann lag auch das Scheißteil in der Ecke. Das war es dann auch wirklich!

Also habe ich wieder geraucht und das dann auch erneut einige Jahre. Bis hierher waren meine Erfahrungen mit den E-Zigaretten wirklich alles andere als überzeugend. In der ganzen Zeit kam mir übrigens auch in keinem Moment in den Sinn, im Internet zu schauen oder den Fehler bei mir zu suchen. Das schiebe ich heute auch auf meine Zigaretten- bzw. Tabaksucht, denn ich konnte mir ja keinen Vorwurf machen, dass ich rauchte – ich hatte es ja mit einer Alternative versucht…

So kann man sich auch Dinge einreden. Seid gespannt auf den nächsten Teil der kleinen Reihe…

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